Zum Anbeißen

24.02.2017 | / / / /

Gimmicks haben Konjunktur. Beim Blick in einschlägige Kataloge, wie sie jeder von uns regelmäßig im Postfach hat, schauen wir erstaunt, was es so alles gibt: aufblasbare Bluetooth-Lautsprecher, iPhone-Hüllen im Strick-Look bis hin zur Darth-Vader-Nachttischlampe. Die Auswahl für eine Kundenkampagne kann trotz (oder gerade wegen) des riesigen Angebots extrem schwierig sein. Dann nämlich, wenn das Gimmick zu den Kommunikationsinhalten passen soll – und zwar wie die Faust aufs Auge.

Kommunikation geht durch den Magen

Austauschbares hilft dann nicht weiter. Ein guter Trick vielleicht eher. Nicht nur Liebe geht durch den Magen – Kommunikation tut es auch. Vor allem, wenn wir eine leckere Zutat finden und darum herum eine kleine Geschichte basteln, die dann zur Botschaft passt.

Schokolade und Kommunikation zum Verzehr: In der Historie der WORTWERKSTATT haben wir regelmäßig Gimmicks eingesetzt, die ess- oder trinkbar waren.

 

Ein nettes Beispiel aus unserer Praxis liegt schon ein Jahrzehnt zurück: Das Jahr 2006 stand in den Startlöchern, die Fußball-WM vor der Tür und die Welt machte sich auf den Weg, um zu Gast bei Freunden zu sein – also bei uns. Ein Kunde wollte aus diesem Anlass mit einem Fan-tauglichen Geschenk an ausgewählte Medienvertreter seine globale Ausrichtung betonen. Unser Ansatz: Den weltweiten „Siegeszug“, den die Technik des Kunden damals gerade rund um den Globus hinlegte, hatte „German Beer“ schon hinter sich. Also stellten wir ein kleines Paket zusammen mit Biersorten aus fünf Kontinenten. Sie lesen richtig: Biersorten. Damals hat man echt noch Alkohol verschenkt und auch verschickt. Die Resonanz war klasse (beim Kunden selbst wie auch bei den Empfängern), und bis heute prangt eine – natürlich längst leere – Kiste als Trophäe im Produktionerbüro.

Storytelling satt: Lebensmittel verschenken kann jeder. Noch besser wirkt eine kleine Geschichte, die den Kontext herstellt. In diesem Fall erhält der Empfänger dank „Technologieführerschaft“ (Flaschenöffner) Zugang zu den „Weltmärkten“ (Bierflaschen).

 

Das war nicht die einzige Bieraktion der WORTWERKSTATT. Für ein anderes Unternehmen haben wir sogar eine lokale Brauerei direkt mit einer Sonderabfüllung beauftragt und das ganze Projekt gesteuert – statt auf gängige Nahrungsmittel-Konfektionierer zurückzugreifen. Individualität bis ins Detail.

Wie viel sind 90 Gramm?

Wirklich zum Anbeißen war eine Aktion im vergangenen Jahr. Wir wollten plastisch machen, wie viel 90 Gramm sind. Hintergrund: Nach den angekündigten CO2-Grenzwerten der EU können Motoren 90 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer ausstoßen. 90 Gramm, das entspricht dem Gewicht einer (angebissenen) Tafel Schokolade. Man stelle sich vor: Während einer Autofahrt lässt man jeden Kilometer das Fenster runter und schmeißt eine Tafel Schokolade raus. Eigentlich noch immer zu viel. Genau das war auch die Message: „Let’s take a bite out of CO2“.

Mit Energie hatte eine weitere Aktion zu tun, die mit drei Gramm etwas leichter ausfiel. Hier ging es eher um energiegeladene Meetings. Für die HR-Abteilung eines weiteren WORTWERKSTATT-Kunden peppte ein Gimmick aus unserem Haus die Besprechungsräume auf: Traubenzucker und ein angenehm aufrüttelnder Effekt für Routine-Meetings.

Hellwach müssen auch die Grafiker und Produktioner sein, wenn es um Kommunikation mit Nahrungsmitteln geht. Denn allerhand vorgeschriebene gesetzliche Texte (selbst wenn sie am Ende in mikroskopisch kleiner Schrift angebracht werden) schränken den Gestaltungsspielraum stark ein. Und das Haltbarkeitsdatum muss natürlich auch mit drauf, sonst gibt’s Ärger mit dem Gesetz.

Apropos Haltbarkeit: Da die Zeit in der Kommunikationsbranche wie im Flug vergeht, schlägt für Restbestände von Lebensmittel-Kommunikation schnell auch das letzte Stündlein. Dann heißt es: Mut zum „Full Service“. Bei der rechtzeitigen und fachgerechten „Entsorgung“ der oben erwähnten Schokoladentafeln haben wir tapfer selbst mit Hand angelegt.