Gute Biker, böse Biker?

27.03.2017 | /

Es gibt einige Vorurteile, mit denen Motorradfahrer im Bikeralltag zu kämpfen haben. Meinungen von Autofahrern und anderen nicht Motorrad fahrenden Zeitgenossen, dass der eine oder andere Biker bei strahlendem Sonnenschein mitunter ein wenig schnell über die Landstraße brettert oder sich so mancher behelmte Zeitgenosse gerne im Stau vor der roten Ampel nach vorne schiebt, gehören zu den harmloseren. So werden in Internetforen Motorradfahrer gar als „Organspender“ bezeichnet, natürlich nicht ohne diese Meinung mit einem vermeintlichen „Expertenzitat“ zu garnieren.

Vermummt und schwarzes Leder

Ein Grund ist die Aufmachung,  in der sicherheitsbewusste (ja, Sie lesen richtig) Biker unterwegs sind. Bis zur Unkenntlichkeit vermummt und in (oftmals schwarzes) Leder – ist bei einem Sturz einfach widerstandsfähiger als reine Baumwolle – gehüllt, machen die auch so „bösen Buben“ wahrscheinlich nicht immer den vertrauenswürdigsten Eindruck.

Dieser „wilde Bursche“ ist gut gerüstet. Dank Helm und Lederjacke.

 

Reißerische Berichte aus der Boulevardpresse über vermeintliche oder auch tatsächliche Rockerfehden tun ihr Übriges dazu. Der Motorradfahrer als Sinnbild des „bösen Buben“?

Eine Frage des Outfits

Kommt das Gespräch auf das Thema Roller, sieht die Sache meist völlig anders aus. Klar: Junge Menschen, die auf pastellfarbenen Vespas im hellen Sommeroutfit und mit offenem Jethelm zur nächsten Eisdiele huschen, sind nicht nur hübsch anzusehen, sie wirken auch nicht im Geringsten furchteinflößend.

Dieses Rolleroutfit sieht harmlos aus, ist aber im täglichen Straßenverkehr brandgefährlich.

 

Die Arbeit mit Zweirad-Kunden ist fest in unserer WORTWERKSTATT-DNA verankert. Daher liegt es natürlich in unserem ureigensten Interesse, die eine oder andere Sache ins rechte Licht zu rücken. Man sollte schließlich auch ein Buch niemals nach seinem Einband beurteilen.

Von Büchern und Einbänden

Um es vorweg zu nehmen: Niemand möchte ein böses Wort über Rollerfahrerinnen und -fahrer verlieren, auch in unserer Agentur gibt es stolze Scooterlenker – ebenso wie passionierte Biker. Und da das motorisierte Zweirad eben zu unserem Beruf gehört wie die Butter zur Brezel, wissen wir um die Freude des Fahrens genauso wie um die Gefahren, die diese Art der Fortbewegung mit sich bringt. Ein geschlossener Integralhelm und eine gut sitzende Leder- oder Goretex-Ausstattung machen aus einem treusorgenden Familienvater nicht nur einen „wilden“ Biker. Die richtige Bekleidung rettet auch Leben. Gerade wenn höhere Geschwindigkeiten mit im Spiel sind. Deshalb wollen wir niemandem den Spaß nehmen, der im verkehrsberuhigten Bereich einmal ohne Rennkombi mit seinem Roller ins nächste Straßencafé fahren will. Aber vielleicht merkt der eine oder andere beim nächsten Blick in den Rückspiegel, dass der Biker hinter ihm nicht böse und furchteinflößend, sondern einfach nur vernünftig und anständig angezogen ist. Ich würde mich freuen!